Der Wirbel um die Handyfabrik
Man schrieb Dezember 2000, als in der Presse zu lesen war, dass in der Flensburger Handyfabrik die ersten 400 Arbeitsplätze abgebaut werden sollten. Insgesamt beschäftigte Motorola an diesem Standort 3.000 Fachkräfte. Der damalige Geschäftsführer, Bent Andersen, betonte 2000 noch, dass von einer Schließung oder einem Verkauf des erst 1998 als modernste Handyfabrik der Welt eröffneten Unternehmens keine Rede sein könne.
Das Gewitter über den Häuptern der Bosse und ihrer Mitarbeiter braute sich im Jahr 2006 zusammen. Wieder um die Weihnachtszeit war es Meinhardt Geiken, seines Zeichens Geschäftsführer der IG Metall, der offiziell verlauten ließ, dass Motorola eine Rentabilitätsprüfung des Standortes in Auftrag gegeben habe und dass bereits über eine Auslagerung der Produktion spekuliert würde.
Sinkende Absatzzahlen sorgten dafür, dass im Jahr 2007 zuerst die Schließung der Logistik-Abteilung der Handyfabrik Flensburg beschlossen wurde. Den rund 700 Beschäftigten wurde ein Wechsel an den Standort Aachen angeboten. Die Kündigungen bekamen sie dann zu Ende September 2008. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch darüber spekuliert, noch die letzten 200 in der Verwaltung beschäftigten Mitarbeiter zu entlassen.
Die Schließung der Handyfabrik Flensburg sorgte in der Öffentlichkeit für kräftigten Wirbel, was nicht nur durch die Angebote von Ausweicharbeitsplätzen in Aachen, sondern auch durch die Tatsache verursacht wurde, dass Motorola für den Standort in Flensburg jede Menge an Fördermitteln bekommen hatte.